Eine Analyse des Informationssektors in Österreich
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This article presents a project which aims at analyzing the information sector in the Austrian national economy in more detail. After a short introduction, 1 Das Projekt wird vom Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank gefördert. which includes also a review of literature, we reveal the research questions, the definition of the information sector and the underlying project assumptions. In the following section, we introduce the methods, data sources and the overall project model. Finally, we deliver insight into the status quo and the future phases of the project. 1 Themenabgrenzung und Stand der Forschung Die Schlagworte „Informationsgesellschaft“ bzw. „Wissensgesellschaft“ sind mittlerweile fest im öffentlichen Bewusstsein verankert. Auch in Wissenschaft und Forschung wurde diesem Thema bisher große Aufmerksamkeit geschenkt. Bei der Fülle an vorhandenen Publikationen ist es zunächst sinnvoll, eine grobe Abgrenzung vorzunehmen. Laut Kuhlen (1995, S. 46) kann die Informationsgesellschaft aus einer technischen, gesellschaftspolitischen, informationellen und ökonomischen Perspektive betrachtet werden. Während vor allem der technische Aspekt in der Literatur starke Berücksichtigung fand, gibt es relativ wenige Veröffentlichungen, die sich der Informationsgesellschaft aus einem volkswirtschaftlichen Blickwinkel angenähert haben. Bei diesen Beiträgen geht es vor allem um die Frage, welchen Anteil informationsbezogene Tätigkeiten am Bruttosozialprodukt haben bzw. wie viele Beschäftigte in einer Volkswirtschaft mit derartigen Tätigkeiten betraut sind. Dabei werden für die Erweiterung des herkömmlichen DreiSektorenmodells, demzufolge sich eine Volkswirtschaft in die drei Sektoren Landwirtschaft, Industrie und Dienstleistung gliedert, um einen so genannten Informationssektor, folgende Gründe angeführt: • statistische Belege, • zunehmende Informatisierung tendenziell aller gesellschaftlichen Bereiche und • wachsende Sensibilität für die Bedeutung der Ressource „Information“ (Kuhlen 1995, S. 56). Als bahnbrechend gilt vor allem die Arbeit von Machlup (1962), der bereits in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts versuchte, den Anteil der Wissensbranchen in den USA zu ermitteln. Machlup zählte folgende fünf, teilweise sehr weit gefasste Industriezweige zu den Knowledge Industries: Ausbildung, Forschung und Entwicklung, Kommunikationsmedien, Informationstechnologien und Informationsdienste. Auf Basis dieser Abgrenzung errechnet er, dass bereits im Jahr 1958 mehr als ein Viertel (28,5%) aller erzeugten Produkte und Dienstleistungen auf den Informationssektor entfallen. Eine ähnliche Zielsetzung verfolgte Porat (1977) in seiner Commerce-Studie. Laut Porat gliedert sich der Informationssektor in einen marktbezogenen (primärer Informationssektor) und einen nichtmarktbezogenen Teil (sekundärer Informationssektor). Zur Quantifizierung des primären Informationssektors verwendet er offizielle Statistiken des Bureau of Economic Analysis des U.S. Department of Commerce. Da der sekundäre Informationssektor alle innerorganisationellen, informationsbezogenen Aktivitäten umfasst, gestaltet sich dessen Bestimmung deutlich schwieriger. Für das Jahr 1967 berechnet Porat einen Anteil von 25 % bzw. 21 % des Bruttosozialprodukts für den primären und sekundären Informationssektor, was ihn zum Schluss veranlasst, dass sich die USA zu einer informationsorientierten Wirtschaft gewandelt haben. Der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ist es zuzuschreiben, dass volkswirtschaftliche Analysen zum Informationssektor erstmals auch außerhalb der USA durchgeführt wurden, so zum Beispiel in Deutschland. Dostal (1986) greift dabei auch auf die von der OECD entwickelte Klassifikation für Informationsberufe zurück. Demnach sind Erwerbstätige im Informationssektor in den Bereichen Informationsproduktion (z. B. Forscher, Wissenschaftler, Künstler), Informationsverarbeitung (z. B. Sachbearbeiter, Bürofachkräfte, leitende Angestellte), Informationsverteilung (z. B. Lehrer, Publizisten) und Informationsinfrastruktur (z. B. Fernmeldeinfrastruktur, Postdienste) tätig. Für das Jahr 1980 errechnet Dostal, dass etwa ein Drittel aller Erwerbstätigen Informationsberufen zugeordnet werden kann. Für Österreich wurde nach der OECD-Klassifikation bereits für das Jahr 1976 ein Anteil von 33,2% ermittelt (Schmoranz 1980, S. 166).
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تاریخ انتشار 2009